Reisebericht zur Weinreise Elsass/Kaiserstuhl der Komturei Tirol – 15.-18.Mai 2025

 

Böse Zungen behaupten, die WSG Wattens Tirol hätte ihr letztes Bundesliga-Auswärtsspiel in Hartberg nur deshalb verloren, weil man ohne den gewohnten Luxusbus und ohne Chauffeur und „Maskottchen“ Servet (alias „Sisi“) anreisen musste … – diese waren nämlich bei unserer Weinreise ins Elsass und in den benachbarten Kaiserstuhl im Einsatz!

Im Gegensatz zu den Wattener Kickern haben wir daher natürlich gewonnen: tolle Eindrücke und interessante Einblicke in zwei zwar geografisch sehr nahe, von der Stilistik her aber weit voneinander entfernte Weinbaugebiete, sowie durchwegs gaumenschmeichelnde Geschmackserlebnisse mit der Elsässer Küche.

Bereits bei der Anreise in unserem luxuriösem Mair-Bus gab es mit einer Cremant-Verkostung die perfekte Einstimmung auf die kommenden Tage: unser Komtur hatte 6 von insgesamt 8 Cremants des ausschließlich Cremant-produzierenden Weingutes Jean Claude Buecher mit im Gepäck – allesamt „Zero Dosage“ – und so kamen wir auch gleich in den Genuss einer ersten und ausgiebigen Verkostung.

Solchermaßen bestens „eingestimmt“ erreichten wir am späteren Nachmittag unser Hotel „Le Caballin“ in Vogelgrun, idyllisch auf einer naturgeschützten Rheinhalbinsel direkt nach der deutsch-französischen Grenze gelegen und somit ein idealer weil zentraler Ausgangspunkt für unsere kommenden Verkostungen und kulinarischen Ausflüge. Und mit seinen geräumigen und geschmackvollen Zimmern und mit der das Hotel umgebenden Ruhe, war es ein perfekter Rückzugsort nach herausfordernden Verkostungen und Restaurantbesuchen!

Nach einem kurzen sprichwörtlichen Rundgang (der Ort ist tatsächlich ringförmig angelegt) in Eguisheim, einem der schönsten Plätze im Elsass, genossen wir ein exzellentes Abendessen mit perfekter Weinbegleitung und Service im dortigen Restaurant „Au Vieux Porsche“ – im Sport würde man sagen: ein vorweggenommenes Finale …

Der darauffolgende erste Verkostungstag war dann ganz und gar den Elsässer Weinen gewidmet. Bereits um 09.30 Uhr wurden wir in Ribeauvillé auf der Domaine Trimbach, einem der renommiertesten und bekanntesten Elsässer Weinbaubetriebe, von Mathis Launoy zur ersten Verkostung unserer Weinreise erwartet und herzlich empfangen. Nach einer tollen (und ausgiebigen!) Verkostung, bei der wir auch absolute Raritäten wie u.a. den Riesling „Clos Sainte Hune 2019“ (Ab Hof-Preis: € 319.-!) ins Glas bekamen, sowie nach einem mittäglichen Besuch des historischen Ortskerns in Ribeauvillé ging es weiter nach Kientzheim zu einem weiteren Vorzeigeweingut des Elsass: zu „Paul Blanck et Fils“, wo uns Philippe Blanck durch die lange Geschichte seiner Familie und die Philosophie des Weingutes führte – natürlich begleitet von einer erlesenen Auswahl seiner exzellenten Weine!

Und wie schon am Vormittag bei Trimbach: tolle, voll reife Weine, die für unseren Gaumen durchwegs recht (frucht-) süß anmuteten – trotz meist niedriger Restzuckergraduationen! Die Menge an eingekauften Weinen ließ allerdings den Schluss zu, dass sich unsere Gaumen recht schnell an neue „Herausforderungen“ zu gewöhnen bereit sind …

Nach einer individuellen Erkundung der wunderschönen Elsass-Metropole Colmar klang der Abend in stylischem Ambiente und bei modern interpretierter elsässischer Küche im           „L´ Arpege“ in unmittelbarer Nähe der Kathedrale aus. Sieht man von nicht immer auf den Punkt getroffenen Wein-Pairings und einer gewissen Beengtheit an den Tischen ab (unsere Gruppe ist sozusagen „enger zusammengewachsen“!) war es auch diesmal wieder ein gelungener Abschluss eines ereignisreichen Tages.

Nach den vielen (und ausgezeichneten!) Weißweinen des Elsass war unsere Vorfreude auf ein wenig „rote Abwechslung“ im Kaiserstuhl groß – und die wurde dann auch nicht enttäuscht.

Ganz anders als im nahegelegenen Elsass erwarteten uns schon bei unserer ersten Verkostung am Weingut Abril in Vogtsburg-Bischoffingen vergleichsweiße(!) „knochentrockene“ Weine v.a. der großen Burgunderfamilie: Weißburgunder, Chardonnay, Grauburgunder und natürlich Spätburgunder! Das erst 2013 neu errichtete und modern gestaltete Weingut präsentierte sich in seiner Gesamtheit als eine Oase der Beschaulichkeit und Ruhe, mit einer großen Auswahl an gelungen gekelterten Weinen, die in drei unterschiedlichen Linien präsentiert werden: von fruchtig über gehaltvoll mit leichtem Holzeinsatz bis hin zu kräftigen, lange lagerfähigen Weinen war für jeden Geschmack der richtige Wein dabei!

Nach einem (leider zu) kurzen Gastspiel in Freiburg, der wärmsten und sonnenreichsten Stadt Deutschlands, stand zum Abschluss unseres Verkostungsreigens das Weingut „Michel“ in Achkarren am Programm. Im Gegensatz zu Abril ein VdP-Weingut und auch sonst ein regelrechter Kontrapunkt zu diesem, mit einem unscheinbaren, nie und nimmer als (vielfach ausgezeichneten!) Weingut erkennbaren Äußeren. Doch der Schein trügt (aber Hallo!!): eine beträchtliche Auswahl an Chardonnays, Grau-, Weiß- und v.a. Spätburgundern mit einer klaren, „straighten“ und präzisen Stilistik – insgesamt große Weine von einem nur scheinbar kleinem Weingut! Für viele von uns die besten verkosteten Weine, sowohl im Elsass als auch im Kaiserstuhl …

Mit nunmehr (über-) vollem Laderaum wäre eine weitere Verkostung mit anschließendem Einkauf wohl auf massiven Widerstand unseres sonst recht gelassenen und entspannten Chauffeurs „Sisi“ Servet gestoßen. Gegen ein wiederum köstliches „letztes Abendmahl“ hatte aber auch er nichts einzuwenden und so genossen wir in der „Auberge du Neuland“, irgendwo und einigermaßen abgeschieden im bewaldeten Vorland Colmar´s gelegen, nochmals ausgezeichnete elsässische Küche begleitet von diesmal wieder perfekt abgestimmten Elsässer Weine und Elsässer Herzlichkeit.

Tags darauf ging es dann wieder über die Schweiz, diesmal entlang des Züricher und des Verwall See´s, zurück in unsere heimatlichen „Tiroler Gefilde“, jedoch nicht ohne unterwegs im Gasthof Engel in Klösterle am Arlberg unsere Erlebnisse und Erfahrungen, bei diesmal wieder österreichischer Küche und Weinen, nochmals Revue passieren zu lassen.

Die abschließende Ankündigung der nächsten Weinreise ins Piemont im Oktober nächsten Jahres durch unseren Komtur ließ uns den „Abschieds- und Trennungsschmerz“ ein wenig erträglicher erscheinen und weckte bereits die ersten Vorfreuden auf wiederum erlebnisreiche und schöne Tage in unserer geselligen und reisefreudigen Runde …..